- Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Warum die Grundreinigung manchmal nicht genügt
- Hausmittel, die mehr können als gedacht
- Ungewöhnliche Methoden aus der Praxis
- Hartnäckige Flecken gezielt behandeln
- Tiefenreinigung zu Hause ohne Profi
- Farben auffrischen und Fasern aufrichten
- Alle wichtigen Fragen rund um's Thema
Hilfreiche Tipps zum Teppich reinigen, die Sie vielleicht noch nicht kennen
Sie saugen regelmäßig und behandeln Flecken sofort, trotzdem wirkt der Teppich nicht mehr wirklich sauber? Dann stoßen Sie an die Grenzen der klassischen Grundreinigung.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Teppich reinigen, wenn Standardmethoden nicht mehr ausreichen. Von unterschätzten Hausmitteln über ungewöhnliche Tricks bis zur gezielten Fleckenbehandlung zeigen wir, wie Sie Teppiche reinigen, ohne die Fasern zu strapazieren.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn die normale Reinigung nicht ausreicht, helfen gezielt eingesetzte Hausmittel, ungewöhnliche Methoden und eine Fleckenbehandlung, die zur Verschmutzung passt. Entscheidend sind ein vorheriger Materialtest, sparsame Feuchtigkeit und ausreichend Trocknungszeit.
- Jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle testen, besonders bei Wolle und kräftigen Farben.
- Natron neutralisiert Gerüche, Rasierschaum löst eingetrocknete Flecken und Gallseife entfernt Fett.
- Natron und Essig nicht gleichzeitig verwenden, da sie sich gegenseitig neutralisieren.
- Asche und Ruß immer zuerst trocken aufnehmen, da Wasser einen grauen Schmierfilm erzeugt.
- Trockener Pulverschnee bei Frost reinigt Wollteppiche schonend und ohne Chemie.
- Eiswürfel richten Druckstellen von Möbeln wieder auf und machen Kaugummi spröde.
- Bei Urin helfen Enzymreiniger, ammoniakhaltige Mittel locken Haustiere dagegen zurück.
- Nach jeder feuchten Reinigung den vollständig getrockneten Flor aufbürsten, damit er weich bleibt.
Warum die Grundreinigung manchmal nicht genügt
Wöchentliches Saugen gehört zur Pflege, entfernt aber vor allem den losen Schmutz an der Oberfläche. Feine Partikel, Fettfilme und Gerüche bleiben trotzdem im Gewebe zurück. Wie stark das ausfällt, hängt vom Haushalt ab. Haustiere, Kinder, die Nähe zur Küche, Zigarettenrauch oder ein Flur mit viel Straßenschmutz belasten einen Teppich deutlich stärker als ein ruhiges Schlafzimmer.
Hinzu kommt, dass eine falsch gewählte Teppichreinigung das Problem sogar verschlimmern kann. Wer Teppiche richtig reinigen möchte, sollte deshalb zuerst verstehen, wo der Schmutz sitzt und welche Anzeichen auf eine tiefere Verschmutzung hindeuten.
Schmutz, der tief im Flor sitzt
Ein großer Teil der Verschmutzung in einem Teppich besteht aus trockenen Partikeln wie Sand, Staub und Erde. Diese Körner rutschen bei jedem Schritt tiefer in den Flor und wirken dort wie feines Schleifpapier, das die Fasern nach und nach aufraut. Je höher und dichter der Flor ist, desto weiter gelangen sie nach unten bis auf das Grundgewebe.
Normale Saugbahnen erreichen diese Schicht kaum. Hilfreicher ist es, den Teppich umzudrehen und die Rückseite abzusaugen oder auszuklopfen, denn so lösen sich die Partikel von unten. Wer einen kompletten Teppich reinigen möchte, saugt die Oberseite anschließend langsam und in mehreren Richtungen ab.
Achten Sie außerdem auf die Bürstwalze Ihres Staubsaugers. Haben sich dort Haare und Fäden verwickelt, verliert sie einen Großteil ihrer Wirkung. Bevor Sie den Teppich komplett reinigen, sollte diese Grundlage stimmen.
Gerüche und Grauschleier als Warnsignal
Ein grauer Schleier über den Farben entsteht häufig nicht durch Schmutz allein, sondern durch Rückstände von Reinigungsmitteln. Die enthaltenen Tenside bleiben in den Fasern haften und ziehen neuen Staub regelrecht an. Ähnlich wirken Fettfilme aus Küchendünsten, die sich unsichtbar auf den Flor legen und ihn mit der Zeit abdunkeln.
In Raucherhaushalten kommt Nikotin hinzu, das gelbliche Verfärbungen und einen hartnäckigen Geruch hinterlässt. Tiergeruch wiederum sitzt meist im Grundgewebe und nicht an der Oberfläche, weshalb reines Saugen kaum etwas bewirkt.
Riecht der Teppich muffig, deutet das oft auf Feuchtigkeit von unten hin. Prüfen Sie in diesem Fall die Unterseite und den Boden darunter. Eine geeignete Teppichunterlage schützt die Rückseite und schafft Abstand zum Boden. Wer diese Warnsignale richtig deutet, kann den Teppich sauber bekommen, ohne wahllos verschiedene Mittel auszuprobieren.
Hausmittel, die mehr können als gedacht
Viele wirksame Helfer stehen bereits im Vorratsschrank oder im Badezimmer. Beim Thema, Teppiche reinigen mit Hausmitteln, kommen Sie deshalb oft weiter als gedacht, und das ganz ohne teure Spezialreiniger. Die Wirkung beruht auf einfachen Prinzipien wie Säure, Lauge, Tensiden, Kohlensäure oder der Bindung von Flüssigkeit.
Jedes Hausmittel für die Teppichreinigung hat dabei seine eigene Stärke.
- Natron gegen Gerüche und frische Flecken
- Rasierschaum gegen eingetrocknete Verschmutzungen
- Mineralwasser und verdünnter Essig gegen frische Getränkeflecken
- Gallseife gegen Fett und Eiweiß
- Glasreiniger gegen wasserlösliche Flecken und leichte Fettfilme
- Sauerkraut und Salz zur Auffrischung von Wollteppichen
Vorher an einer verdeckten Stelle testen
Bevor Sie ein neues Mittel großflächig einsetzen, sollten Sie es an einer Stelle prüfen, die später nicht auffällt. Gut geeignet sind Bereiche unter dem Sofa, unter einem Schrank oder am Rand entlang der Fußleiste. Die Antwort auf die Frage „Womit sollte ich meinen Teppich reinigen?“ hängt nämlich immer vom Material und seiner Farbechtheit ab.
- Ein weißes Tuch mit dem Mittel leicht befeuchten.
- Das Tuch fest auf die verdeckte Stelle drücken und 10 bis 15 Minuten einwirken lassen.
- Prüfen, ob Farbe auf das Tuch übergegangen ist.
- Die Stelle vollständig trocknen lassen und die Fasern auf Verhärtung, Glanzstellen oder Aufhellung kontrollieren.
Beurteilen Sie das Ergebnis erst nach dem vollständigen Trocknen, denn feuchte Stellen wirken immer dunkler. Besonders wichtig ist der Test bei Wolle, Seide, handgeknüpften Teppichen und kräftigen Farben. Möchten Sie mehrere Mittel kombinieren, testen Sie jedes einzeln.
Natron als Geruchskiller und Fleckenlöser
Natron, chemisch Natriumhydrogencarbonat, ist leicht basisch und neutralisiert säurehaltige Geruchsmoleküle, statt sie nur zu überdecken. Gleichzeitig bindet das Pulver Feuchtigkeit und eignet sich deshalb als erste Maßnahme, wenn etwas verschüttet wurde. Wer einen Teppich mit Natron reinigen möchte, hat zwei Möglichkeiten.
- Gegen Gerüche das Natron dünn und gleichmäßig aufstreuen, mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen und anschließend gründlich absaugen.
- Bei frischen Flecken wie Kaffee oder Saft eine Paste aus Natron und wenig Wasser auftragen, antrocknen lassen und absaugen.
Bei Wolle ist Vorsicht geboten, da basische Mittel die empfindliche Faser angreifen können. Verwenden Sie Natron dort nur trocken und sparsam. Beim Teppich reinigen mit Hausmitteln wie Natron ist Backpulver übrigens kein gleichwertiger Ersatz, denn es enthält weitere Zusätze und wirkt schwächer.
Rasierschaum gegen eingetrocknete Flecken
Rasierschaum enthält Tenside, die Schmutz lösen, und haftet als fester Schaum auf den Fasern, ohne tief einzusickern. Dadurch eignet er sich besonders für ältere, bereits eingetrocknete Flecken von Kaffee, Saft oder Kosmetik. Damit ist er ein Teppichreiniger als Hausmittel, den viele unterschätzen.
Verwenden Sie ausschließlich weißen, unparfümierten Schaum und kein Gel, da farbige Varianten neue Flecken hinterlassen können. Tragen Sie ihn auf, lassen Sie ihn etwa 30 Minuten einwirken und tupfen Sie ihn anschließend mit einem feuchten Tuch ab. Wichtig ist das Nachtupfen mit klarem Wasser, denn Reste ziehen sonst neuen Schmutz an.
Der Vorteil gegenüber flüssigen Reinigern zeigt sich auch im Auto. Wer einen Autoteppich mit Hausmitteln reinigen möchte, profitiert davon, dass der Schaum das Grundgewebe kaum durchfeuchtet und die Fußmatten schnell wieder trocken sind.
Mineralwasser und Essig richtig dosieren
Kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist ein klassisches Mittel für frische Flecken von Rotwein, Kaffee oder Saft. Die aufsteigenden Bläschen heben die Farbstoffe aus den Fasern, sodass sie sich mit einem saugfähigen Tuch aufnehmen lassen. Entscheidend sind schnelles Handeln und ein Wasser ohne Geschmack und Zusätze.
Essig setzen Sie an dieser Stelle ausschließlich als Fleckenlöser ein. Tafelessig mit etwa 5 Prozent Säure ist dafür ausreichend, während Essigessenz mit rund 25 Prozent deutlich zu stark ist. Als Faustregel gilt ein Teil Essig auf zwei bis drei Teile Wasser.
Wer dieses Hausmittel zum Teppich reinigen einsetzt, sollte die Säure bei Wolle und Seide vorher testen. Der typische Essiggeruch verfliegt beim Trocknen, gutes Lüften beschleunigt das deutlich.
Gallseife und Glasreiniger als Geheimtipp
Gallseife wird traditionell aus Rindergalle hergestellt. Die enthaltenen Gallensäuren lösen Fett und Eiweiß besonders gründlich, weshalb sie bei Butter, Soßen, Lippenstift und dunklen Schmutzrändern hilft. Feuchten Sie die Seife an, arbeiten Sie sie sanft in den Fleck ein und lassen Sie sie kurz einwirken.
Danach muss die Stelle gründlich mit klarem Wasser ausgespült werden. Bleiben Seifenreste im Flor, entsteht ein klebriger Film, der neuen Grauschleier verursacht. Gerade wenn Sie zum Teppich reinigen Hausmittel wie Gallseife verwenden, ist dieses Nachspülen entscheidend.
Glasreiniger ist der zweite Geheimtipp. Er enthält meist Alkohol oder Ammoniak und löst wasserlösliche Flecken sowie leichte Fettfilme. Sprühen Sie ihn sparsam auf und tupfen Sie die Stelle ab, statt ihn großflächig zu verteilen. Wer den Teppich mit Hausmitteln sauber machen möchte und Haustiere hat, sollte allerdings auf ammoniakhaltige Glasreiniger verzichten, da der Geruch an Urin erinnert.
Sauerkraut und Salz als altbewährte Methode
Sauerkraut gilt als altes Hausmittel für Orientteppiche und andere Wollteppiche. Wer einen Wollteppich mit Hausmitteln reinigen möchte, findet darin eine schonende Methode, bei der die Milchsäure und die feinen Krautfasern den Schmutz binden.
- Rohes, ungekochtes Sauerkraut gut ausdrücken, sodass es nur noch leicht feucht ist.
- Das Kraut gleichmäßig verteilen und mit einer Bürste in Strichrichtung in den Flor einarbeiten.
- Alles vollständig trocknen lassen.
- Das Kraut zusammenkehren und den Teppich gründlich absaugen.
Der leichte Eigengeruch verschwindet nach dem Lüften. Auf sehr empfindlichen oder hellen Seidenteppichen sollten Sie auf diese Methode verzichten.
Salz ist das zweite altbewährte Mittel. Bei frischen Flecken wie Rotwein zieht es die Flüssigkeit aus den Fasern, bevor sie eintrocknet. Wer seinen Teppich mit Hausmitteln auffrischen möchte, streut außerdem grobes Salz auf, lässt es einwirken und bürstet es aus, bevor gesaugt wird.
Ungewöhnliche Methoden aus der Praxis
Manche Tricks klingen zunächst ungewöhnlich, haben sich aber über Generationen bewährt. Sie kommen oft ganz ohne Reinigungsmittel aus und wirken rein mechanisch oder über die Temperatur. Gerade wenn Wasser mehr schaden als nützen würde, zeigen sie, wie Sie einen Teppich reinigen und dabei die Fasern schonen.
Ob Sie den Teppich reinigen wie in Skandinavien üblich, Tierhaare mit einem Gummihandschuh lösen oder Druckstellen mit Eiswürfeln beheben, die folgenden Methoden lösen typische Alltagsprobleme in Familien und Haushalten mit Tieren.
Reinigung im Schnee nach skandinavischem Vorbild
In Skandinavien und Osteuropa ist es eine lange gepflegte Tradition, Wollteppiche im Winter nach draußen zu tragen. Wer seinen Teppich im Schnee reinigen möchte, braucht dafür trockenen, pulvrigen Neuschnee und Temperaturen deutlich unter null Grad. Nasser oder pappiger Schnee ist ungeeignet, weil er schmilzt und den Teppich durchfeuchtet.
- Den Teppich vorher einige Zeit in einem kühlen Raum lagern, damit der Schnee beim Auflegen nicht sofort schmilzt.
- Mit dem Flor nach unten auf eine saubere, geschlossene Schneedecke legen und von der Rückseite kräftig ausklopfen.
- Den Teppich umdrehen, frischen Schnee auf den Flor streuen und mit einem Besen wieder abkehren.
- Den Vorgang auf einer frischen Stelle wiederholen, bis der Schnee sauber bleibt.
Der Schnee bindet die gelösten Partikel, ohne die Fasern nennenswert zu befeuchten. Die Kälte kann Hausstaubmilben zusätzlich zusetzen, ersetzt aber keine gezielte Milbenbekämpfung. Lassen Sie den Teppich danach in einem kühlen Raum vollständig trocknen und legen Sie ihn nicht direkt auf die Heizung.
Gummihandschuh und Fensterabzieher gegen Tierhaare
Tierhaare verhaken sich so fest im Flor, dass selbst ein guter Staubsauger sie oft nur teilweise erfasst. Besonders während des Fellwechsels von Hund und Katze sammeln sich auf diese Weise erstaunliche Mengen an. Mit zwei einfachen Haushaltshelfern lässt sich der Teppich säubern, ohne dass ein Spezialgerät nötig ist.
Ziehen Sie einen leicht angefeuchteten Gummihandschuh an und streichen Sie mit der flachen Hand in eine Richtung über den Teppich. Die Reibung löst die Haare, die sich zu kleinen Knäueln zusammenschieben. Alternativ funktioniert ein Fensterabzieher mit Gummilippe, den Sie in kurzen Zügen über den Flor ziehen.
Beide Methoden wirken auf Kurzflor und Teppichboden besonders gut. Die gesammelten Haarbüschel können Sie anschließend aufsammeln oder absaugen. Bei Hochflor sollten Sie vorsichtiger arbeiten, damit keine Fasern herausgezogen werden.
Eiswürfel gegen Druckstellen und Kaugummi
Schwere Möbel pressen die Fasern über Monate zusammen und hinterlassen sichtbare Druckstellen. Legen Sie einen oder mehrere Eiswürfel in die Vertiefung und lassen Sie sie langsam schmelzen. Die Fasern nehmen das Wasser auf, quellen und lassen sich danach mit den Fingern oder einer Bürste wieder aufrichten. Ein Föhn auf kühler Stufe beschleunigt das Trocknen.
Damit neue Druckstellen gar nicht erst entstehen, lohnt es sich, den Teppich richtig zu legen und Möbel gelegentlich um wenige Zentimeter zu verschieben.
Auch beim Kaugummi hilft Kälte. Füllen Sie Eiswürfel in einen Gefrierbeutel und legen Sie ihn auf den Kaugummi, bis dieser hart und spröde wird. Danach lässt er sich mit einem stumpfen Messer oder Löffel abheben, ohne Fäden zu ziehen. Restliche Spuren entfernen Sie mit etwas Spülmittel und warmem Wasser. So können Sie den Teppich sauber machen, selbst wenn kleine Kinder den Kaugummi tief in den Flor getreten haben.
Bügeleisen und Löschpapier bei Wachsflecken
Gerade in der Adventszeit landen Kerzentropfen schnell auf dem Teppich unter dem Esstisch. Wachs sollte zunächst vollständig aushärten, damit sich der grobe Teil vorsichtig abbrechen oder abkratzen lässt.
- Löschpapier, Küchenpapier oder eine Papiertüte auf den Fleck legen.
- Das Bügeleisen auf niedrige bis mittlere Stufe ohne Dampf stellen und kurz aufsetzen.
- Das Papier wechseln, sobald es Wachs aufgenommen hat.
- Den Vorgang wiederholen, bis kein Wachs mehr ins Papier übergeht.
Bei Kunstfasern ist eine besonders niedrige Temperatur wichtig, da die Fasern sonst schmelzen können. Bleiben farbige Rückstände von bunten Kerzen zurück, tupfen Sie diese mit etwas Spiritus ab, nachdem Sie die Verträglichkeit getestet haben. Mit dieser Methode lassen sich auch empfindliche Teppiche sauber machen, ohne Wasser einzusetzen.
Hartnäckige Flecken gezielt behandeln
Jeder Fleck verlangt eine eigene Strategie, die sich nach seiner Zusammensetzung richtet. Wer Flecken aus dem Teppich entfernen möchte, sollte deshalb zuerst einordnen, womit er es zu tun hat.
- Wasserlösliche Flecken wie Saft, Kaffee oder Wandfarbe
- Fetthaltige Flecken wie Butter, Soßen oder Öl
- Eiweißhaltige Flecken wie Milch, Ei oder Erbrochenes
- Farbstoffhaltige Flecken wie Rotwein oder Lebensmittelfarbe
- Feine Partikel wie Asche, Ruß oder Erde
Unabhängig von der Art gilt immer, tupfen statt reiben und von außen nach innen arbeiten. Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, den Fleck vollständig zu lösen.
Wandfarbe und Acrylfarbe aus den Fasern lösen
Beim Renovieren ist es schnell passiert, ein Tropfen fällt von der Rolle oder der Pinsel streift den Boden. Wandfarbe, also Dispersionsfarbe, und Acrylfarbe sind wasserbasiert. Solange sie feucht sind, lässt sich die Farbe aus dem Teppich entfernen, indem Sie sie sofort mit einem feuchten Tuch aufnehmen, ohne sie zu verteilen.
Anschließend tupfen Sie lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel in mehreren Durchgängen auf. Ist die Farbe bereits angetrocknet, weichen Sie die Stelle mit derselben Mischung ein und lassen sie aufquellen. Krusten lockern Sie mit einem stumpfen Gegenstand, statt sie herauszureißen.
Bei hartnäckigen, getrockneten Acrylresten kann Spiritus oder Isopropanol helfen. Testen Sie das Lösungsmittel unbedingt vorher, da es manche Farbstoffe angreift. Wer schon einmal Farbflecken aus dem Teppich entfernen musste, weiß, wie mühsam das sein kann. Decken Sie den Boden vor dem Streichen deshalb großzügig mit Folie ab.
Rotwein, Kaffee und Fett
Rotwein sollten Sie sofort abtupfen, am besten mit einem saugfähigen Tuch, und dann mit Salz oder Mineralwasser behandeln. Salz zieht die Flüssigkeit aus den Fasern, die Kohlensäure hebt die Farbstoffe an. Danach tupfen Sie mit klarem Wasser nach.
Kaffee verdünnen Sie zunächst mit kaltem Wasser. Rückstände lösen Sie mit Wasser, etwas Spülmittel und einem Schuss Essig. Enthielt der Kaffee Milch, kommen Eiweiß und Fett hinzu, in diesem Fall hilft zusätzlich Gallseife.
Fettflecken behandeln Sie zuerst trocken. Speisestärke oder Natron saugt das Fett auf und wird nach einer Einwirkzeit abgesaugt. Verbleibende Reste entfernen Sie mit Gallseife oder Spülmittel und spülen gründlich nach. Wer auf diese Weise den Teppich putzen möchte, sollte bei eiweißhaltigen Flecken auf heißes Wasser verzichten, da das Eiweiß sonst gerinnt und sich festsetzt.
Asche und Ruß ohne Schmierfilm entfernen
Der häufigste Fehler bei Asche und Ruß ist es, die Verschmutzung sofort mit Wasser zu behandeln. Die feinen Partikel lösen sich dabei nicht, sondern verschmieren zu einem grauen Film, der sich tief in die Fasern zieht. Arbeiten Sie deshalb immer zuerst trocken.
- Lose Partikel vorsichtig absaugen, ohne Bürstwalze und ohne Druck.
- Verbleibende Rußspuren mit einem Rußschwamm aus Naturkautschuk trocken aufnehmen.
- Salz oder Speisestärke aufstreuen, einwirken lassen und absaugen.
- Erst danach verbleibende Schatten mit Gallseife und wenig Wasser behandeln.
Vermeiden Sie es, über die Stelle zu laufen oder mit dem Fuß darüber zu wischen, denn so dringen die Partikel noch tiefer ein. In Haushalten mit Kamin oder Ofen und bei Rauchern, bei denen auch einmal ein Aschenbecher umkippt, ist diese Reihenfolge bei der Reinigung des Teppichs besonders wichtig.
Urin und Erbrochenes in Haushalten mit Tieren und Kindern
Bei Urin zählt jede Minute. Nehmen Sie mit einem saugfähigen Tuch so viel Flüssigkeit wie möglich auf, tupfen Sie dabei und reiben Sie nicht. Verdünnen Sie die Stelle anschließend mit kaltem Wasser und tupfen Sie erneut ab.
Frische Urinflecken lassen sich mit Essigwasser behandeln, das den Ammoniakgeruch neutralisiert. Bei älteren Flecken reicht das meist nicht aus, denn der hartnäckige Geruch stammt von Harnsäurekristallen, die sich mit Wasser kaum lösen. Hier helfen Enzymreiniger, die diese Kristalle gezielt zersetzen. Unsichtbare alte Stellen spüren Sie mit einer Schwarzlichtlampe auf, unter der Urin hell leuchtet.
Bei Erbrochenem heben Sie zuerst die festen Bestandteile ab und streuen dann Natron auf, das Flüssigkeit und Geruch bindet. Nach einigen Stunden wird es abgesaugt. Da Magensäure Farbstoffe angreifen kann, sollten Sie auch hier schnell handeln. Wer einen Teppichboden mit Hausmitteln reinigen möchte, kommt bei frischen Malheuren mit Natron und Essigwasser gut zurecht, bei älteren Flecken führt am Enzymreiniger kaum ein Weg vorbei.
Tiefenreinigung zu Hause ohne Profi
Wenn Hausmittel und gezielte Fleckenbehandlung nicht ausreichen, ist eine gründliche Tiefenreinigung des Teppichs der nächste Schritt. Die gute Nachricht ist, dass sich eine Teppichreinigung zu Hause auch ohne Reinigungsfirma mit sehr guten Ergebnissen umsetzen lässt.
Welche Methode passt, hängt von Größe, Material und Feuchtigkeitsempfindlichkeit ab. Leihgerät und Reinigungsmittel kosten dabei deutlich weniger als eine Fachreinigung.
Waschsauger leihen und richtig einsetzen
Ein Waschsauger sprüht eine Reinigungslösung in den Flor und saugt sie samt gelöstem Schmutz direkt wieder ab. Viele Baumärkte und Drogeriemärkte verleihen solche Geräte tageweise, sodass sich eine eigene Anschaffung für die gelegentliche Grundreinigung nicht lohnen muss. Für alle, die sich fragen „Wie kann ich meinen Teppich selber reinigen?“, ist das Leihgerät die gründlichste Antwort.
- Den Teppich vorher gründlich trocken absaugen.
- Sichtbare Flecken mit dem passenden Mittel vorbehandeln.
- Das Reinigungsmittel sparsam nach Herstellerangabe dosieren.
- In langsamen, überlappenden Bahnen arbeiten.
- Zum Schluss ohne Sprühen nachsaugen, um möglichst viel Feuchtigkeit aufzunehmen.
Zu viel Reinigungsmittel hinterlässt Rückstände, die später Schmutz anziehen. Durchnässen Sie den Teppich nicht, denn je nach Material dauert das Trocknen sonst mehrere Stunden bis zu einem Tag. Lüften Sie während dieser Zeit gut, betreten Sie die Fläche nicht und stellen Sie Möbel erst danach zurück.
Wer seinen Teppich reinigen und dabei alles selber machen möchte, aber kein Gerät leihen will, kann den Teppich selbst mit Hausmitteln reinigen. An einen Waschsauger reicht das Ergebnis zwar nicht ganz heran, für leichte bis mittlere Verschmutzungen genügen Natron, Rasierschaum und Gallseife aber oft. Wollteppiche behandeln Sie in beiden Fällen nur mit Mitteln, die ausdrücklich dafür geeignet sind.
Trockenschaum und Reinigungspulver als schonende Alternative
Nicht jeder Teppich verträgt eine Nassreinigung. Für feuchtigkeitsempfindliche Naturfasern und verklebte Teppichböden eignen sich Trockenschaum und Reinigungspulver als schonende Alternative zur klassischen Reinigung von Teppichen.
Trockenschaum enthält nur wenig Flüssigkeit und trocknet deshalb deutlich schneller als eine Nassreinigung. Reinigungspulver besteht aus saugfähigem Granulat, das den gelösten Schmutz bindet. Beide Mittel werden aufgetragen, mit einer Bürste in den Flor eingearbeitet und nach der vom Hersteller angegebenen Zeit gründlich abgesaugt.
Der große Vorteil beim Teppichreinigen mit diesen Mitteln ist das geringe Risiko für Schimmel oder Geruchsbildung durch Restfeuchte. Der Teppich ist meist schon nach kurzer Zeit wieder nutzbar, sofern Sie die Rückstände vollständig absaugen.
Kleine Läufer in der Waschmaschine
Kleine Läufer und Badvorleger lassen sich häufig in der Waschmaschine reinigen. Ob Sie Ihren Teppich waschen dürfen, verrät das Pflegeetikett, denn nicht jedes Modell ist dafür geeignet. Schütteln oder klopfen Sie den Läufer vorher gründlich aus, damit loser Schmutz nicht in der Trommel landet.
- Schonprogramm oder Wollprogramm bei 30 Grad wählen
- Wenig oder gar nicht schleudern
- Mildes Waschmittel ohne Weichspüler verwenden
- Läufer mit Latexrücken oder Gummibeschichtung nicht in den Trockner geben
Weichspüler beschwert die Fasern und kann rutschhemmende Beschichtungen angreifen. Beachten Sie außerdem das Gewicht, denn nasse Teppiche werden sehr schwer und können die Maschine überlasten. Beim Teppich waschen zu Hause zählt zudem das Trocknen, lassen Sie den Läufer liegend oder über einer Stange trocknen und nicht in praller Sonne.
Läufer aus Kunstfasern sind besonders unkompliziert. Wer einen Polyesterteppich reinigen möchte, kann ihn in der Regel bei 30 Grad waschen, da die Faser formstabil bleibt und kaum Wasser aufnimmt. Pflegeleichte Teppiche für Flur, Küche und Wohnbereich finden Sie in unserem Sortiment.
Farben auffrischen und Fasern aufrichten
Auch ein gründlich gereinigter Teppich kann mit der Zeit stumpf und plattgetreten wirken. Ursache sind meist Kalk, Seifenreste und zusammengedrückte Fasern, die das Licht anders reflektieren als ein aufgerichteter Flor.
Wer sich fragt „Wie reinige ich meinen Teppich, damit er danach auch wieder frisch aussieht?“, sollte den Abschluss nicht vergessen. Die Frage „Wie kann man einen Teppich reinigen?“ endet deshalb nicht beim letzten Absaugen, sondern bei zwei kleinen Maßnahmen, die den Unterschied sichtbar machen.
Matte Farben mit Essigwasser beleben
Essig löst Kalk und Seifenreste, die sich wie ein feiner Film über die Farben legen. Anders als bei der Fleckenbehandlung setzen Sie ihn hier großflächig und in starker Verdünnung ein. Wer die Teppichfarben auffrischen möchte, geht so vor.
- Einen Schuss Tafelessig in einen Eimer mit lauwarmem Wasser geben.
- Ein Tuch eintauchen und sehr gut auswringen, sodass es nur noch feucht ist.
- Mit dem Tuch in Strichrichtung über den Flor wischen.
- Den Teppich gut lüften und vollständig trocknen lassen.
Die Farben wirken danach klarer, gleichzeitig werden leichte Gerüche neutralisiert. Testen Sie die Mischung bei Naturfasern trotzdem vorher an einer verdeckten Stelle.
Den Flor nach dem Trocknen aufbürsten
Nach jeder feuchten Reinigung liegen die Fasern oft platt oder verkleben leicht miteinander. Bürsten Sie den Flor erst, wenn der Teppich vollständig trocken ist, denn feuchte Fasern brechen leichter. Zuerst bürsten Sie gegen den Strich, um die Fasern anzuheben, danach mit dem Strich, um sie zu glätten.
Für Kurzflor eignet sich eine klassische Teppichbürste, für Hochflor ein Teppichrechen oder eine grobe Bürste. Aufgerichtete Fasern beugen Verfilzungen vor, lassen Laufstraßen weniger deutlich hervortreten und geben eingeschlossene Gerüche leichter ab.
Wer seinen Teppich pflegen möchte, macht das Aufbürsten am besten zur festen Gewohnheit nach jeder Reinigung. Ist der Flor bereits hart oder verfilzt, zeigt unser Ratgeber, wie Sie den Teppich wieder weich bekommen.
Alle wichtigen Fragen rund um's Thema
Erst trocken absaugen, dann gezielt behandeln, etwa mit Gallseife bei Fett, Rasierschaum bei Eingetrocknetem oder Enzymreiniger bei Urin.
Sparsam befeuchten, Reinigungsmittel gründlich ausspülen und den trockenen Flor aufbürsten. Rückstände und Staunässe machen Fasern hart.
Natron gilt als Allrounder, da es Gerüche neutralisiert und Flüssigkeit bindet. Für Fett eignet sich Gallseife besser.
Besser nicht. Die beiden Mittel neutralisieren sich gegenseitig, das Schäumen täuscht nur Wirkung vor. Verwenden Sie sie nacheinander.